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Erst die Spezifikation · Dann die Umsetzung

Spec-Driven Development mit KI-Agenten

Je länger der Chat mit dem Coding-Agenten, desto weiter driftet das Ergebnis vom Ziel, weil das Ziel nie festgeschrieben war. Spec-Driven Development dreht die Reihenfolge: Du beschreibst, was entstehen soll, das Spec-Studio macht daraus Epics und Stories, und jedes Review hat einen Massstab, gegen den es prüfen kann.

Von der Idee zur prüfbaren Arbeit

  1. Anforderungen klären

    Zielgruppe, Ziele, Nicht-Ziele, Verhalten. Das Spec-Studio stellt die Rückfragen, die sonst erst im Sprint auftauchen, und schreibt mit.

  2. Rahmen festlegen

    Stack, Schnittstellen, Qualitätsregeln, Prüfkommandos. Daraus werden Stack-Profil und Guardrails, die später in jedem Prompt stehen.

  3. Tickets kuratieren

    Das Studio schlägt Epics und Stories vor; du streichst, ergänzst und entscheidest, welche Story als Erste läuft.

  4. Gegen die Spec reviewen

    Jeder Draft-PR lässt sich an der Spezifikation messen. Was du dabei lernst, fliesst zurück in die Spec, nicht in einen Chatverlauf.

Aus einem Satz wird eine Spezifikation

Beispiel

Einladungen für neue Teammitglieder

Montag, 09:00, Produkt-Sync. „Wir brauchen Einladungen“, sagt jemand, und alle nicken. Zehn Minuten im Spec-Studio später stehen die Entscheidungen, die sonst der erste Entwickler alleine getroffen hätte:

Aus der Spec werden zwei Stories. Die erste läuft am selben Nachmittag; der Draft-PR am Abend lässt sich Satz für Satz gegen die vier Kriterien lesen.

Die Spezifikation wird zum Arbeitskontext

Das Spec-Studio führt durch Vision, Ziele und Nicht-Ziele, funktionale Anforderungen, Stack und Einschränkungen, Qualitätsregeln und die Epic-Zerlegung. Jeder Abschnitt hat einen eigenen Rückfrage-Chat, der Lücken benennt, statt sie zu überschreiben.

Am Ende erzeugt das Studio echte Tickets in deinem Tracker, auf Wunsch samt neu angelegtem Repository. Code schreibt es nicht; der erste Lauf startet, wenn du eine Story ziehst.

Vom Spec-Studio zum Pull Request

Anforderungen bleiben deine Arbeit

Eine Spezifikation macht schlechte Anforderungen nicht gut; sie macht sie sichtbar, bevor Code entsteht. Widersprüche und fehlende Entscheidungen fallen im Studio auf, nicht im Review.

Halte die Spec aktuell, wenn du dazulernst. Agenten und Reviewer arbeiten dann gegen dieselbe Referenz.

Die Methode im Grundlagenartikel

Fragen vor dem ersten Lauf

Brauchen wir vorher eine vollständige Spezifikation?
Nein, das Studio hilft beim Erarbeiten. Für die erste Story reichen Ziel, Grenzen und prüfbare Akzeptanzkriterien.
Startet das Erzeugen der Epics schon die Umsetzung?
Nein. Das Studio schreibt Tickets, und du entscheidest Story für Story, welche läuft.
Ist das GitHub Spec Kit?
Nein. Das Spec-Studio ist unser eigener Einstieg; die Methode ist dieselbe. Der Grundlagenartikel ordnet beides ein.